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Eine heimliche Datenkrake breitet ihre Tentakel aus

 
Kind beim Surfen im Internet
Kind beim Surfen im Internet

Es ist ruhig um das NASDAQ-100-Unternehmen Akamai. Es ist schon erstaunlich ruhig um ein Unternehmen, dass Konzerne wie IBM, Yahoo!, Microsoft, eBay und Apple zu seinen Kunden zählt. Es ist geradezu unfassbar ruhig um ein Unternehmen, dass mit über 20.000 Servern in über 71 Ländern Daten in Hülle und Fülle ausliefert und theoretisch Surfer ohne Weiteres ausspähen könnte.

Nun aber ganz von vorn: Das 1998 gegründete Unternehmen Akamai ist in einer Branche tätig, die sich damit auseinandersetzt, wie Online-Inhalte schnell an jedem Ort auf der Welt ankommen. Die Firma betreibt ein über die Welt gespanntes Netz von Servern. Firmen wie z.B. IBM kaufen sich bei Akamai ein, um ihre Downlaods schnell verteilen zu können. Es macht nämlich einen Unterschied, ob ein Deutscher seine Daten von einem in den USA stehenden Server bezieht oder sie direkt aus Deutschland ohne größere Umwege erhält.

Um die Funktionsweise eines Content Distribution Network, auch Content Delivery Network genannt, zu verstehen, kann man sich folgendes vorstellen: Ein Deutscher befindet sich auf der amerikanischen IBM-Website und möchte einen Treiber herunterladen. Der Download wird gestartet, die Daten kommen aber nicht von einem IBM-Server, sondern von einem Akamai-Server. Da die Akamai-Server näher an dem Endverbraucher sind und das genaue Ebenbild des Urquellservers darstellen, geht die Auslieferung am schnellsten. Welcher Akamai-Server die Daten ausliefert, entscheidet eine Software im Hintergrund: Grundsätzlich wird versucht, dass die Datenauslieferung so schnell wie möglich oder am günstigsten geschieht (wenig Bandbreite verbraucht), am besten sogar beides.

Es geht aber nicht nur um Downloads, sondern oftmals um ganze Websites. Nichts ist für ein Unternehmen tödlicher als eine lahmender Internetauftritt. Die Auftraggeber-Unternehmen haben den Vorteil, dass sie nicht selber eine riesige weltweite Serverarchitektur aufbauen müssen, sondern auf das etablierte Akamai-Netz zurückgefreien können und durch dieses Outsourcing Kosten sparen.

Während Google immer wieder in der Kritik von Datenschützern steht, ist mit Akamai eine heimliche, nicht zu unterschätzende, Datenkrake entstanden. Mit ihrer schieren Anzahl von Kunden wäre es ohne Weiteres möglich, Surfer zu durchleuten und zu verfolgen.

 

Eingestellt am: 27.08.2008

Aufrufe: 105

ID: xt3kpfopt5

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